Nicht neu kann sein sein was du
beginnst –
denn immer nimmst du was dir
längst gegeben und gibst es hin:
wie in der Liebe da es mir gebricht
an jeder Kenntnis: rot wie die
Buchen Laub verstreun
maßlos am Wegrand wo ich schon
sehr frühe ging…
und kannte nicht den Weg
und kenn ihn jetzt noch nicht
und kenne nicht das Kind des
Schatten mir vorausläuft
und weiß nichts von der Sonne die
ihr rotes Gold
dem Blattwerk einbrennt.
Und weiß nicht mehr den Herbst
der ernst in meinem Rücken ging
und dem ich Schatten war:
stets neu entworfner Schatten
ungezählter Herbste.

Wolfgang Hilbig

immer wieder neu ergriffen
von den Wundern der Natur,
die ich Schöpfung nenne,
weil es einen Ort geben muss,
an den ich meinen Dank richten kann,
für all die Schönheiten,
lasse ich mich verleiten
selbst schöpferisch zu werden,
nicht um nachzuahmen,
sondern um tiefer zu empfinden,
was durch meine Hand gegangen,
habe ich mir zu Eigen gemacht

Ute Nicklisch